palmıana

Geschichten · Planung · 8 Min. Lesezeit

Golfurlaub in Finca oder Villa: Mallorca mit eigenem Rhythmus

Warum Golfer auf Mallorca gern in einer Finca, Villa oder Ferienwohnung wohnen, wie du die Lage passend zur Golfregion wählst, was eine golftaugliche Unterkunft braucht, und eine Beispielwoche, in der Abschlag, Pool und Abendessen ihren eigenen Takt haben.

Luftaufnahme von Ferienhäusern mit Ziegeldächern und Pools, gleich daneben die Fairways und Bunker eines Golfplatzes
Ferienhäuser mit Pool gleich neben dem Fairway: Golfurlaub, bei dem der Weg zum ersten Abschlag kurz ist

Auf Mallorca beginnt ein guter Golftag nicht am ersten Abschlag, sondern beim Frühstück. Wer um halb acht auf der eigenen Terrasse Kaffee trinkt, während die Schläger schon im Kofferraum liegen, geht mit Ruhe auf die Runde. Genau deshalb wohnen viele Golfer auf der Insel lieber in einer Finca, einer Villa oder einer Ferienwohnung: Der Tag gehört ihnen, vom frühen Start bis zum Abendessen unter dem Feigenbaum. Hier steht, wie du die Lage passend zur Golfregion wählst, was eine Unterkunft für Golfer können sollte, was du vorab buchst und wie eine Woche mit eigenem Rhythmus aussieht.

Warum Finca oder Villa statt Hotel

Ein Hotel nimmt dir vieles ab. Eine eigene Unterkunft gibt dir etwas anderes: Zeit, die sich nach dir richtet. Du frühstückst, wann deine Startzeit es verlangt, stellst die Golfschuhe zum Trocknen auf die Terrasse, hängst die Polos in den Schatten und springst nach der Runde in den eigenen Pool. Für Freunde und Familien, die zusammen reisen, kommt der Platz dazu: mehrere Schlafzimmer, eine große Küche und ein langer Tisch im Freien. Und wer nicht spielt, hat für die Tage dazwischen ein Zuhause.

Fincas liegen meist auf dem Land, zwischen Mandel- und Johannisbrotbäumen und Steinmauern, oft mit weitem Blick und sehr ruhigen Nächten. Manche werden als Agroturismo geführt, eine Art kleines Landhotel mit eigener Zulassung. Villen findest du eher in Küstennähe und an den Hängen über den Buchten, Ferienwohnungen in den Orten und an den Häfen. Alle drei funktionieren für einen Golfurlaub. Entscheidend ist die Lage.

Die Lage passend zur Golfregion wählen

Mallorca hat mehr als zwanzig Golfplätze, verteilt über fast die ganze Insel. Von West nach Ost misst die Insel rund 100 Kilometer. Das klingt nach wenig, aber eine Stunde hin und eine Stunde zurück fühlen sich nach achtzehn Löchern länger an als auf dem Papier. Die Plätze lassen sich grob in drei Regionen einteilen, und deine Unterkunft liegt am besten mitten in der Region, in der du am häufigsten spielen willst.

  • Südwesten rund um Palma und Calvià. Hier liegen die meisten Plätze dicht beieinander: an den Hügeln über Palma, rund um Santa Ponça und Bendinat und bis nach Camp de Mar bei Andratx. Der Flughafen ist nah. Bis Santa Ponça sind es rund 30 Kilometer, je nach Verkehr 25 bis 35 Minuten. Die bequemste Basis, wenn du jeden Tag woanders spielen möchtest.
  • Süden und Südosten. Von der weiten Ebene um Llucmajor bis zu den Buchten bei Santanyí und Cala d’Or ist Mallorca flacher, stiller und ländlicher. Fincas zwischen Feldern und Steinmauern passen hier besonders gut. Vom Flughafen nach Cala d’Or sind es rund 60 Kilometer, gut eine Stunde Fahrt.
  • Norden und Nordosten. Rund um Alcúdia und Pollença liegen die Plätze zwischen Bucht und Bergen, im Nordosten bei Capdepera, Canyamel und Son Servera zwischen Pinienhügeln und Küste. Nach Alcúdia fährst du vom Flughafen rund 60 Kilometer, fast alles über die Autobahn Ma-13, meist 45 bis 60 Minuten. Nach Cala Ratjada im Nordosten sind es rund 80 Kilometer und gut eine Stunde.

Mein Tipp: Wer zehn Tage oder länger bleibt, teilt die Zeit auf zwei Unterkünfte auf, eine im Südwesten und eine im Norden. Die Fahrzeiten oben sind Richtwerte für ruhige Tageszeiten, im Juli und August und im Berufsverkehr rund um Palma hilft etwas Puffer.

Villen an einem bewaldeten Hang über einer Bucht mit türkisfarbenem Wasser an der Küste Mallorcas, von oben
Villen über einer Bucht: An der Küste liegen die Häuser am Hang, auf dem Land zwischen Feldern und Steinmauern

Was eine golftaugliche Unterkunft braucht

Eine schöne Finca ist noch keine gute Golf-Finca. Bevor du buchst, lohnt ein Blick auf ein paar Dinge, die in keiner Bildergalerie stehen:

  • Platz für die Golfbags. Ein trockener, abschließbarer Raum oder eine Garage, in der die Bags stehen, statt im Flur zu liegen. Sagt die Beschreibung nichts dazu, frag beim Vermieter nach.
  • Ein Parkplatz am Haus. Du lädst morgens und abends Schläger ein und aus. Auf dem Land steht das Auto meist vor der Tür, in Altstädten und an Häfen lohnt die Nachfrage.
  • Ein Mietwagen mit großem Kofferraum. Zwei Golfbags passen nicht in jeden Kleinwagen, vier schon gar nicht. Für zwei Spieler reicht meist ein Kombi, für vier ein Van oder zwei Autos. Buch die Fahrzeugklasse nach dem Kofferraum, nicht nach dem Preis.
  • Frühstück, wann du willst. In einer Ferienunterkunft frühstückst du selbst. Plan am Ankunftstag einen Einkauf ein, dann steht am ersten Morgen alles bereit, auch wenn die Startzeit um acht ist.
  • Ruhe am Abend. Wer früh abschlägt, schläft früh. Eine Lage auf dem Land oder am Rand eines Dorfes passt zu diesem Rhythmus meist besser als die Promenade.
  • Kleine Dinge, die viel helfen. Eine Waschmaschine für die Golfkleidung, eine schattige Terrasse für den Nachmittag, gutes WLAN für die Buchungen und ein Pool, in dem nach einer warmen Runde die Beine wieder leicht werden.
Reisende mit Rollkoffer öffnet die Tür eines dunklen Mietwagens auf einem Parkplatz
Für den Golfurlaub zählt beim Mietwagen der Kofferraum: Zwei Bags passen nicht in jeden Kleinwagen

Startzeiten, Greenfees, Buggy und Golfgepäck

Den Rhythmus einer Golfwoche bestimmen die Startzeiten. Buch sie deshalb gleich nach der Unterkunft, im Frühjahr und Herbst am besten mit ein paar Wochen Vorlauf, denn dann sind die beliebten Plätze gut besucht und die frühen Zeiten schnell vergeben. Die meisten Plätze nehmen Reservierungen online oder per Telefon an. Greenfees schwanken nach Platz, Saison und Uhrzeit. Viele Plätze bieten am Nachmittag günstigere Tarife an, im Golfjargon Twilight genannt, und die sind im Sommer, wenn es gegen Abend milder wird, eine schöne Wahl.

Rechne damit, dass der Platz deinen Handicap-Nachweis sehen möchte. Viele Plätze auf Mallorca verlangen ihn, die Höchstgrenze legt jeder Platz selbst fest. Hab ihn digital auf dem Telefon und zur Sicherheit ausgedruckt dabei. Einen Buggy teilen sich zwei Spieler. Auf hügeligen Plätzen und an warmen Tagen ist er eine Wohltat, und am besten reservierst du ihn gleich mit der Startzeit. Wer ohne eigene Schläger reist, fragt nach Leihsätzen, die viele Plätze anbieten.

Das eigene Golfgepäck fliegt bei den meisten Airlines als Sportgepäck mit. Melde es bei der Buchung oder rechtzeitig vor dem Abflug an, denn Fristen, Gewichtsgrenzen und Preise unterscheiden sich von Airline zu Airline. Eine gepolsterte Reisehülle und ein Handtuch um die Schlägerköpfe schützen die Ausrüstung.

Ferienvermietung mit Registriernummer

Auf Mallorca ist die Ferienvermietung klar geregelt, und das ist für Gäste eine gute Nachricht. Wer ein Haus oder eine Wohnung an Urlauber vermietet, meldet die Vermietung bei den Tourismusbehörden an und bekommt eine touristische Registriernummer. Nach balearischem Tourismusrecht gehört diese Nummer gut sichtbar in jede Anzeige. Auf den Balearen heißt diese Form der Ferienvermietung ETV, kurz für estancia turística en vivienda. Ein kurzer Blick ins Inserat genügt, und du weißt, dass alles seine Ordnung hat.

Findest du sie nicht auf Anhieb, frag den Vermieter danach und leg sie zu deiner Buchungsbestätigung. Auf der Rechnung steht außerdem die balearische Touristensteuer, die pro Person und Nacht berechnet wird. Gäste unter 16 Jahren sind davon befreit.

Eine Golfwoche als Beispiel

So kann eine Woche aussehen, wenn die Unterkunft im Südwesten liegt und du drei Runden spielst. Die freien Tage zwischen den Runden sind Absicht: Sie halten Rücken und Laune frisch.

  1. Samstag, Ankunft. Mietwagen am Flughafen, Einkauf auf dem Weg, Schlüsselübergabe, Pool, früh ins Bett.
  2. Sonntag, erste Runde. Ein Platz in der Nähe der Unterkunft, damit der erste Morgen ohne lange Fahrt beginnt. Nachmittags Siesta im Schatten.
  3. Montag, Inseltag. Kein Golf, dafür die Serra de Tramuntana: Valldemossa, Deià oder Sóller, Mittagessen in einem Dorf, abends grillen auf der Terrasse.
  4. Dienstag, zweite Runde. Früh los in eine andere Region, etwa in den Süden oder Südosten, und danach ein Bad in einer Bucht.
  5. Mittwoch, Markt und Ruhe. Vormittags auf den Wochenmarkt von Sineu, der jeden Mittwoch stattfindet, nachmittags lesen, Pool und vielleicht eine halbe Stunde auf der Driving Range.
  6. Donnerstag, Twilight. Eine Runde am späten Nachmittag, wenn das Licht weich wird und die Greenfees oft günstiger sind.
  7. Freitag, Lieblingsplatz. Die dritte Runde dort, wo es dir am besten gefallen hat, oder ein Abstecher in den Norden. Abends ein langes Essen auf der Terrasse.

Die besten Monate für Golf auf Mallorca

Golf geht auf Mallorca das ganze Jahr. Am angenehmsten spielt es sich im Frühjahr von März bis Mai und im Herbst von September bis November. Im Hochsommer legst du die Runde auf den frühen Morgen oder den späten Nachmittag, im Winter sind die Tage kürzer und die Plätze ruhiger. Die Werte unten sind typische Tageshöchsttemperaturen und Regentage im langjährigen Mittel, gerundet. Alle Monate im Detail zeigt der Reisezeit-Explorer.

  • Dezember bis Februar: 15 bis 16 Grad, 6 bis 8 Regentage. Mild und ruhig, kurze Tage, ein Pullover für den Morgen.
  • März und April: 18 bis 20 Grad, um 6 Regentage. Sehr gut, Startzeiten früh reservieren.
  • Mai: um 24 Grad, um 5 Regentage. Ideal, mit langen hellen Abenden.
  • Juni bis August: 28 bis 31 Grad, 1 bis 2 Regentage. Golf früh am Morgen oder am späten Nachmittag.
  • September: um 28 Grad, um 5 Regentage. Gut, und das Meer ist nach der Runde herrlich warm.
  • Oktober: um 24 Grad, um 8 Regentage. Sehr gut, mit mildem Licht.
  • November: um 19 Grad, um 8 Regentage. Gut, ruhiger und wechselhaft.

Meine Lieblingsfenster für eine Golfwoche sind Ende April bis Mitte Mai und die zweite Oktoberhälfte. Dann ist es morgens frisch genug für einen Pullover, mittags warm genug für den Pool, und im Oktober hat das Meer noch um 22 Grad, sodass das Bad nach der Runde einfach dazugehört.

Und wenn du die Insel auch sehen willst, plan höchstens jeden zweiten Tag eine Runde ein. Mallorca ist mehr als achtzehn Löcher. Alles über die Insel selbst, von den Stränden bis zu den Festen, steht im Mallorca-Reiseführer, und was in die Tasche gehört, sammelst du im Packlisten-Baukasten.

Weiterlesen

Mehr aus dem Notizbuch

Mutter und Tochter lassen an einem tropischen Strand einen Drachen steigen

Familien · 6 Min. Lesezeit

Wie du einen Strand für kleine Kinder aussuchst

Schatten, flaches Wasser, Rettungsschwimmer und eine Toilette in hundert Metern. Die fünf Dinge, die wichtiger sind als weißer Sand, und die Palmenziele, die sie haben.